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Gastvorlesung zur nachhaltigen Unternehmensführung

Ein Beispiel für nachhaltige Unternehmensführung ist das Konzept der Gemeinwohlökonomie. Dieses Modell und die dahinterstehenden Motive sind Mittelpunkt eines öffentlichen Vortrags am Donnerstag, den 18. Juni 2020, von 9.45 Uhr bis 13.15 Uhr am Campus Burghausen der Technischen Hochschule Rosenheim.

Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. Wie können wir für uns und die folgenden Generationen diesen Wohlstand erhalten?

Dieses Ziel ist weltweit aktuell in drei Dimensionen gefährdet:
In ökonomischer Hinsicht wird mit der ungebremsten und sogar zunehmenden Aufnahme neuer Schulden der Handlungsspielraum in der Zukunft eingeengt.

In ökologischer Hinsicht wird der menschengemachte Klimawandel künftige Generationen auf zahlreichen Handlungsfeldern ebenfalls stark belasten (Vulnerabilität). Beispielsweise wird eine erhöhte Anzahl an heißen Tagen mit Temperaturen von über 30 Grad Celsius erwartet. Davon werden wahrscheinlich die Ballungsgebiete in Ostdeutschland und das Rheintal besonders betroffen sein. Dies wird, vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft, zu einer zusätzlichen Inanspruchnahme der Gesundheitssysteme führen. Süddeutschland ist dagegen durch Überschwemmungen infolge von Starkregen besonders bedroht. Davon wären zum Beispiel auch Chemieparks oder Kläranlagen betroffen.

Weiterhin werden die ungelösten sozialen Probleme, wie zum Beispiel die ungleiche Vermögensverteilung, eine Herausforderung für die nächsten Generationen sein. Zusätzlich werden die sozialen Probleme verstärkt durch den Klimawandel, der u.a. Flüchtlingsbewegungen auslösen wird.

Welche Konsequenzen haben diese globalen Zusammenhänge für ein Unternehmen vor Ort? In einer sozialen Marktwirtschaft muss ein Unternehmen dauerhaft Gewinne erzielen. Ansonsten wird das Unternehmen insolvent und „verschwindet“ vom Markt. Der Unternehmer muss also ökonomisch nachhaltig wirtschaften. Als weitere Nebenbedingung ist zu beachten, dass der Wettbewerb durch die Globalisierung und Digitalisierung weiter zunehmen wird. Trotzdem ist vor dem oben geschilderten Hintergrund eine rein gewinnorientierte (= wertorientierte) Unternehmensführung nicht ausreichend. Vielmehr muss ein Unternehmen werteorientiert wirtschaften.

Dies wird erreicht, indem im Rahmen der Unternehmensführung Nachhaltigkeit zunächst in ökonomischer aber auch in ökologischer und sozialer Hinsicht berücksichtigt wird. Ziel ist es demnach, der nächsten Generation ein zukunftsfähiges Unternehmen zu hinterlassen. Mit dieser strategischen Entscheidung wird das Unternehmen widerstandsfähig (resilient) für die aktuellen und in der Zukunft zu erwartenden Herausforderungen. Dies könnte beispielsweise eine verschärfte Gesetzgebung mit entsprechenden Umweltauflagen sein. Die Risiken werden minimiert, es eröffnen sich neue Geschäftsfelder und Chancen. Erfüllt das Unternehmen dagegen nur die ökonomische Nachhaltigkeit ist seine Existenz in der Zukunft ernsthaft gefährdet. Die Akzeptanz und Unterstützung solcher Unternehmen durch den Staat und die Gesellschaft, also den Kunden, wird in dem oben geschilderten Umfeld abnehmen. Kernaufgabe eines jedes Unternehmers ist es daher ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Der Unternehmer muss sich die Frage beantworten welche Existenzberechtigung sein Unternehmen in der Zukunft hat? Die Umsetzung dieses Geschäftsmodells muss anschließend durch eine nachhaltige Unternehmensführung erfolgen, indem in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht nachhaltig gewirtschaftet wird.

Die Referenten, Herren Albert Bernstetter und Werner Furtner, verfügen über langjährige praktische Erfahrung als selbständige Unternehmer in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Projektmanagement. Sie sind zur Überzeugung gelangt, dass es an der Zeit ist, unsere Art zu wirtschaften zu ändern, um eine bessere, enkeltaugliche Zukunft zu gestalten. Sie sind Koordinatoren der Regionalgruppe Gemeinwohlökonomie für den Altlandkreis Wasserburg am Inn.

Der Vortrag findet virtuell als Webinar im Rahmen des Seminars „Operative Unternehmensführung“ unter Leitung von Professor Dr. Andreas Fieber statt. Interessierte sind herzlich eingeladen. Eigene Anmerkungen oder eine Diskussion sind selbstverständlich möglich.

Bei Interesse senden Sie bitte eine E-Mail an andreas.fieber(at)th-rosenheim.de.

Sie erhalten anschließend einen Link zugesandt.

Die Teilnahme ist sehr einfach: Sie benötigen nur einen Internetanschluss und müssen auf den zugesandten Link klicken.